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Fauve - «Silent Witness»

SOTW #04-2007

Am See

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In einiger Bälde werde ich für eine Weile an die Westküste verschwinden. Nach L.A. (Los Ann), um genau zu sein. Allerhöchste Zeit also, mich ein wenig mit der lokalen Musik auseinander zu setzen! Und bereits ein kurzer, schüchterner Blick genügt, um fest zu stellen, dass dort einiges am gären - ja, man ist gar versucht zu sagen: am kochen - ist.

Fauve zum Beispiel. Die sind am kochen. Und gar nicht auf kleiner Flamme. «Silent Witness» ist ein wahrhaft grosses, ja grossartiges Stück Musik. Es ist so dermassen gross, dass man gar nicht glaubt, dass das in so einem kleinen Land mit so vielen kleinen Hirnen drin wie dem unseren überhaupt erfunden werden kann. Oder vielleicht gerade deshalb? Jacke wie Hose, heute will ich nicht mit euch bzw. mit mir streiten. Heute herrscht eitel Freude. Freude über eine tolle Band mit einem tollen Lied. Und einer schönen Cd, sowohl was die Musik wie auch die Hülle angeht. Hier wurde Feinstarbeit geleistet und zwar auf durchwegs allen Ebenen, wie man sich das ja oft wünscht, aber leider nur allzu selten tatsächlich auch bekommt. Und lasst euch ja nicht vom Bandnamen irreleiten, denn hier sind mitnichten Raubtiere, sondern lauter zarte Lämmchen am Werk, die ihren Instrumenten (und Computern?) lauter zarte Melodien entlocken.

Natürlich ist es, pädagogisch betrachtet schade, dass die Jungs auf englisch und nicht auf welsch singen, aber man kann schliesslich nicht alles haben. Und für den Sprachunterricht gibt's immer noch die Fussballübertragungen auf TSR2, deren Vorteil vor allem darin liegt, dass man dabei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen der allesamt verhassten Deutschschweizer Kommentatoren ins Ohr bekommt, aber das ist wieder eine völlig andere Geschichte.

Wenn ich mir Fauve so anhöre, denke ich, dass es dort unten in der olympischen Stadt doch sehr gemütlich zu und her gehen muss. Allerdings, das war ja eigentlich klar, liegt L.A. doch dort, wo nun mal jede anständige Stadt zu liegen hat, an einem See nämlich. Und kommt man aus Zürich und ist sich an die schmale blaue Banane, die eingezwängt zwischen der Gold- und der Pfnüselküste liegt gewohnt, dann erscheint einem der Lac Leman gross und majestätisch wie der Pazifik. Mit etwas Phantasie jedenfalls.

INFOBOX
Interpret: Fauve, Lausanne, VD
Album: ohne Titel
Song: Silent Witness
Jahr: 2006

Internet: www.fauve.info

Artwork: Mathis: "Wilhelm Tell" (Ausschnitt).





Comments

Nach längerem Verweilen in der Sounds-Sektion der Fauve-Website kann der Sommer jetzt gerne auf meinem Balkon Einzug halten. Und bin ich der einzige, den Fauve irgendwie an My Name Is George erinnert? Nur halt mit eingeschlafenem Drummer und einem Verzerrer-Verbot.

Und bin ich der Einzige den Fauve an Favez erinnert ?

nun, ich kann eure fragen nicht beantworten, da ich my name is george zu wenig präsent habe und favez gar nicht erst kenne, aber vielleicht gibt es ja so etwas wie schweizerische alternativ-pop musik, quasi die schweizer school of rock oder so ähnlich... oder ihr beiden täuscht oich einfach und solltet wiedermal eure ohren putzen ;-)

Also das allmächtige und unfehlbare last.fm sagt, Fauve klinge ähnlich wie Sigurd, Diving With Andy, Sylvain Chauveau & Ensemble Nocturne, Midlake, Syd Matters, Stuart A. Staples, De Rosa, Tunng und The Gentleman Losers. Bloss kennen tu ich keinen dieser Interpreten.
(In der Similar-Liste von Favez habe ich dafür eine Band gefunden, die ich sehr wohl kenne: Züri West!)

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