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Traveling Wilburys - «End of the Line»

SOTW #39-2008

Einen Paradiesapfel verpeisen

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Am Besten legt man die Frucht in einen Suppenteller – oder in irgendeinen anderen Teller, der erhöhte Ränder hat – und schneidet sie in zwei Hälften. Dann legt man einen Teelöffel und ein leicht gekrümmtes, beidseitig gezacktes Messer dazu, ergreift den Teller und begibt sich zu einem angenehmen Plätzchen, mit Vorteil in der Nähe eines Tisches, auf den man dann den zuvor befruchteten Teller stellt. Dann setzt man sich auf den zum Tisch gehörenden Stuhl und nimmt sich die Speise vor.

Es empfiehlt sich dabei, als erstes eine der beiden Hälften aufzustellen und an den Tellerrand zu lehnen, um sich Platz zum Arbeiten zu schaffen. Die zweite Hälfte liegt nun entspannt und mit luftiger Bewegungsfreiheit versehen vor dem Esser und zwinkert diesem mit ihrem knallroten Fleisch verführerisch zu. Hier gilt es nun, nicht den Verstand zu verlieren und die anvisierte Taktik über Bord zu werfen, denn für das Verspeisen dieses saftig leuchtenden Obstes muss man ungefähr derart gewieft vorgehen und hartnäckig bleiben wie Inspektor Columbo.

Zu diesem Zeitpunkt kommt das gekrümmte Messer ins Spiel. Mit diesem Messer nun schnitzt man entlang der Grenze von Schale und Fruchtfleisch im Kreis herum. Dabei gibt es zwei wichtige Punkte zu beachten. Erstens sollte man dabei ein wenig von der Schale weg bleiben, um zu vermeiden, dass man Teile der Schale mitschneidet, was äusserst unerfreulich wäre. Es geht dabei darum, dass rundherum noch Fruchtfleisch an der Innenseite der Schale bleibt (ich komme später noch drauf zurück). Zweitens sollte man peinlich genau drauf achten, dass durch den Rundschnitt das Zentrum der Frucht nicht durchtrennt wird! Das ausgeschnittene Fruchtteil solle in der Mitte mit der Schale verbunden bleiben.

Im nächsten Schritt nun ist filigrane Fingerarbeit erforderlich. Es gilt, die einzelnen Fruchtkammern zu leeren. Dazu sägt man den feinen, die einzelnen Segmente trennenden Blättchen entlang und legt so die einzelnen Kammern nach und nach frei. Ist dies passiert, kann man sich nun daran machen, die Verbindung zwischen Gewebe und Schale zu trennen. Dann hebt man das Gewebe leicht an und kratzt dabei sämtliche daran klebenden Fleischreste ab, so dass diese zurück in die Schale fallen.

Es ist geschafft, man kann sich ans Essen machen. Mit Vorteil verspeist man nun mit Hilfe des Teelöffels erst einmal ein paar der grössten Stücke und schlürft ein wenig vom bonifontiösen Fruchtwasser. Dann kratzt man das am Rand klebende, vom Messerschnitt übrig gebliebene Fruchtfleisch und verschlingt auch dieses. Hier zahlt sich der obige Hinweis zum Abstand des Schnittes zur Schale aus. Zwischen den Brocken aus den Segmenten, den vom Rand abgeschabten Fetzen und dem Wasser abwechselnd, setzt man nun sein Mahl fort, bis die Schale gänzlich leer ist. Dann macht man mit der zweiten Hälfte der Frucht dasselbe.



Interpret: The Traveling Wilburys
Album: Traveling Wilburys Vol. 1
Song: End of the Line
Jahr: 1988

Internet: Website, Wikipedia

Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: siehe oben.

Artwork: Mathis





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