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      <title>SOTW | Song Of The Week</title>
      <link>http://www.songoftheweek.ch/</link>
      <description></description>
      <language>de</language>
      <copyright>Copyright 2010</copyright>
      <lastBuildDate>Sat, 06 Mar 2010 10:40:00 +0100</lastBuildDate>
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      <item>
         <title>The Gun Club - «Mother of Earth»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #10-2010<br/><br />
<h3>JLP und seinen Club wieder mal reingepfiffen</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="MillersCrossingcontra_500.jpg" src="http://www.songoftheweek.ch/images/MillersCrossingcontra_500.jpg" width="500" height="289" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>«Fire of Love» (1981)<br />
Ist voll geil.</p>

<p>«Miami» (1982)*<br />
Ist voll geil mit Zucker oben drauf.</p>

<p>«The Las Vegas Story» (1984)<br />
Ist sehr geil.</p>

<p>«Mother Juno» (1987)<br />
Ist einfach nur geil.</p>

<p>«We Are Only Riders» (2010)<br />
Ausgelöst hat das Durchhören meines Gun Club Bestands diese kürzlich erschienene Jeffrey Lee Pierce Gedenk-Tribute-Platte, an die ich zufällig ran gelaufen bin, als ich mich vor dem Regen zu verstecken hatte. Ein kurzes Durchmessen der versammelten Interpretenschaft auf der Rückseite der Hülle überzeugte mich rasch zum Spontankauf. Was ich erst später rausfand: Die Reihenfolge der Songs auf dem Back-Cover ist falsch, Nummer 4 und 5 wurden vertauscht! Das ist einerseits irgendwie sympathisch und andererseits – zumindest aus Sicht des Plattenjägers und -Sammlers – lukrativ, da dieser Fehler bei einer zweiten Pressung sicherlich behoben wird und meine Ausgabe dann selten und gesucht und dadurch unermesslich teuer wird, so dass ich die Scheibe bereits in einem kugelsicheren Glasschrank aufbewahre und nur mit Handschuhen und/oder Pinzette anfasse. Da diese Platte allerdings ohnehin nur einen winzig kleinen Teil der Menschheit interessieren dürfte (bereits der Gun Club litt unter chronischer Nichtbeachtung des breiteren Publikums), wird der grosse Reibach mit dieser Scheibe für mich wohl leider ausbleiben.</p>

<p>Wenigstens kann ich mich so ungestört der darauf enthaltenen Muzak widmen und die ist keineswegs bloss was für den Hintergrund. Schliesslich ist das nicht eine blosse Tribute-Platte (ein Genre das meine ungeteilte Euphorie wohl nie erlangen wird), sondern eine mit einer Geschichte dazu. So hat Cypress Grove, ein Weggefährte des Mitte der 1990er verstorbenen Pierce, beim Estrich-Ausmisten ein Kassettli (hüsker dü?!) mit der Aufschrift „JLP Songs“ zu Tage gefördert und darauf längst vergessene, gemeinsame Demo-Aufnahmen gefunden. Da die Qualität der Aufnahmen jedoch zu schlecht war (am Träger kann das auf keinen Fall gelegen haben), um veröffentlicht zu werden, beschloss Herr Grove, befreundete Musiker einzuladen, um diese Songs neu einzuspielen. Auch wenn Jeffrey Lee Pierce zeitlebens aneckte und ständig seine Bandmitglieder vergraulte, so dass The Gun Club praktisch kein Jahr lang aus demselben Lineup bestand, gab und gibt es noch immer viele Bewunderer der blonden Blues-Derwischs, die freudig und kreativ auf Groves Anfrage reagierten. </p>

<p>So ist für diese Tribute-Scheibe ein ganz illustres Schärchen an grossen KönnerInnen zusammen gekommen, das auch vom einen oder anderen Duett nicht zurückschreckt. Nick Cave macht den Anfang, Mark Lanegan (von den Screaming Trees; auch gemeinsam mit der besseren Hälfte seiner seit zweieinhalb Alben bestehenden Partnerschaft, Isobel Campell, vertreten), später folgen u.a. Deborah Harry (Blondie, deren Fanclub JLP einst präsidierte), der unvergleichbare David Eugene Edwards (16 Horsepower, Woven Hand) sowie der Ex-Bad Seed Mick Harvey. Alles tolle Nummern, spannend ist auch der Vergleich zwischen den Interpretationen derselben Songs durch verschiedene Künstler. Eine der positiven Folgen von der an sich traurigen Tatsache, dass sich auf dem Demo-Tape nur einige wenige Songs fanden. Denn von diesem Sound könnte man ruhig ein bisschen mehr hören.</p>

<p>*enthält den Song of the Week.</p>

<p><br />
<blockquote>Interpret: The Gun Club, L.A.<br />
Album: Miami<br />
Song: Mother of Earth<br />
Jahr: 1982<br />
</blockquote></p>

<p>Internet: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gun_Club">Wikipedia</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=hvvGM3QhtOg">Youtube</a>.</p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Schwelgen.</p>

<p><em>Artwork: «Miller's Crossing» (Ausschnitt) von <a href="http://www.mathisgasser.ch/ver_aust_2010.html">Mathis</a>.</em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_gun_club_mother_of_earth.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_gun_club_mother_of_earth.php</guid>
         <category>Hannes</category>
         <pubDate>Sat, 06 Mar 2010 10:40:00 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>Charlotte Gainsbourg feat. Beck – «Heaven Can Wait»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #09-2010<br/><br />
<h3>Wenn das Video besser ist als der Song</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="sotw_gainsbourg.jpg" src="http://www.songoftheweek.ch/images/sotw_gainsbourg.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>Ich mag Charlotte Gainsbourg und nicht nur ihres Vaters wegen. Sie gehört für mich zu den Vollblutkünstlerinnen, bei denen alles irgendwie gut aussieht: Schauspielerei, Mode, Fotos, Musik und natürlich sie selbst. Trotzdem oder vielleicht genau deswegen ist sie mir sympathisch. Auch Duettpartner Beck find ich immer wieder hörenswert und zwar über seinen Hit <em>Loser</em> hinaus.</p>

<p>Es muss nicht zwingendermassen so sein, dass zwei gute Musiker zusammen ein noch besseres Lied machen, aber im Falle Gainsbourg-Beck find ich das Stück doch recht gelungen. Sie ergänzen sich, ohne sich zu verlieren. Es könnte ein Gainsbourg-Solo, genau so gut aber auch ein Beck-Solo sein. Gemacht haben die Beiden das Lied für den Film <em>Same Same But Different</em>, der momentan in den Kinos läuft. Ich hab ihn noch nicht gesehen, die Kritiken sind mässig, der Soundtrack jedoch wird in einigen Reviews hervorgehoben. Anscheinend geht’s um einen deutschen Backpacker, der sich in Kambodscha in eine HIV-positive Prostituierte verliebt. Es sei eine wahre Geschichte, die der deutsche Rucksacktourist/Journalist vor einigen Jahren in der Zeitschrift Neon veröffentlichte. Armer Touri.</p>

<p>Wenn der Film jedoch nur halb so gut ist, wie das Video zum Song, geh ich ihn mir auf jeden Fall ansehen! Videoklips schaue ich eigentlich nur selten. Wo auch? Ist nicht so, als gäbe es noch ein Musikfernsehen. Und alles auf dem Netz zu suchen, ist mir auch zu mühsam. Zudem finde ich sowieso, dass das zwei verschiedene Kunstformen sind, das Filmen und Musikmachen. Wenn’s zusammenpasst, ist es etwas vom Faszinierendsten und Emotionalsten, dass die Künste zu bieten haben. Doch meist sind auch begabte Leute halt nur einseitig begabt. Oder haben zu wenig Geld um andere Begabte anzustellen. Im Falle <em>Heaven Can Wait</em> find ich das Video aber fast noch besser als den Song. Was heisst hier fast, ich finds ganz sicher besser als den Song. Jede Szene ist mit einer derartigen Sorgfalt, Ironie und Intelligenz gefilmt, dass man nur den Hut ziehen kann. Deshalb sollt ihr es euch jetzt ganz schnell anschauen und dabei auf folgende toll inszenierte Merkwürdigkeiten bzw. auf alle mehr oder minder subtil eingebrachten Monster achten (Absurditätshumor vom Feinsten): Grandiose Schlafsack-Massenschlaf-Szene; beängstigender, Tennis spielender, schwarzer Mann; Spiegelmonster; Riesennuss; Hamburger-Skateboard; Monster am Tisch; Alufoliengrind; Grünes Monster, das überfallen wird; und so brillant weiter und so lustig fort. Gute Unterhaltung!</p>

<blockquote>Interpret: Charlotte Gainsbourg feat. Beck, F und US<br>
Album: IRM<br>
Song: Heaven Can Wait<br>
Jahr: 2009</blockquote>

<p>Internet: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KP-nVpOLW88">Video on YouTube</a></p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Sicherstellen, dass unter dem Bett keine Monster sind.</p>

<p><em>Artwork: Lea für sotw</em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/charlotte_gainsbourg_feat_beck.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/charlotte_gainsbourg_feat_beck.php</guid>
         <category>Lea</category>
         <pubDate>Sun, 28 Feb 2010 18:59:44 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>Cesaria Evora - «Petit Pays»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #8-2010<br/><br />
<h3>Meine kleine Stadt</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="Kindskopf_SOTW.JPG" src="http://www.songoftheweek.ch/images/Kindskopf_SOTW.JPG" width="410" height="307" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p><br />
Diese Stadt kann dich auffressen, wenn du nicht aufpasst. Und immer wieder kommen mir klagen zu Ohren von Zugezogenen, Zürcher seien so verschlossen, schwer zugänglich und überhaupt nicht interessiert an neuen Freundschaften, Personen oder sonstigem. Und ich frage mich wieso sie dies ausgerechnet mir sagen, bin ich doch in dieser bösen Stadt aufgewachsen, mitten drin im Kuchen und mit mir sprechen sie ja auch, oder? Und zeichnet sich eine Stadt nicht irgendwie durch eine gewisse Einsamkeit, oder Anonymität aus? Wer in eine Stadt zieht, muss sich daran gewöhnen, dass nicht jeder gleich Bescheid darüber weiss, was man so getrieben hat. Obwohl, ist man in Zürich wirklich anonym? Wohl kaum - alle drei Ecken rennt man in jemanden, den man kennt, ob man es will oder nicht. In einer Grosstadt wäre dies anders.<br />
‚Du bist die erste Zürcherin, die ich kenne.’ Sagt mir gestern jemand auf ner Party und ich frage mich ernsthaft, wo die Person gewohnt hat, in den letzten fünf Jahren ihres Studiums. </p>

<p>Sind denn Stadtzürcher wirklich eine Spezie Rara, oder einfach chamäleonmässig so gut versteckt, dass sie gar nicht auffallen? Integriert sozusagen, in den internationalen Fertigmixkuchen, aus Studierenden, Gastarbeitern, Flüchtlingen, Hängengebliebenen, Zugezogenen diverser Generationen und Expats.</p>

<p>Dabei sind wir doch eigentlich immer laut, grossmäulig und arrogant, dass wir überall auffallen sollten. Ein Bild, das, wenn man mich fragt, von der Stadtzürcher SVP geschürt wurde und nicht ganz mit der Realität übereinstimmt. Wie so vieles, das hier mehr scheint, als es wirklich ist.</p>

<p>„Habt ihr das gehört, von der Schiesserei vor dem Samses? Ich wohne gleich da ums Eck! Also langsam muss man sich wirklich Sorgen machen in dieser Stadt, das ist doch nicht mehr normal! Purer Zufall, dass niemand getroffen wurde.“</p>

<p>Und ich frage mich, was denn eine Stadt ausmacht? Die verschiedenen Kulturen, das Rotlichtviertel, die Banken, der Verkehr, aber auch die Kriminalität und ich antworte, dass sicher nicht täglich an der Langstrasse jemand fast erschossen wird und man auch beim Treppensteigen sich ein Bein brechen kann. <br />
„Aber dass ist ein kalkulierbares Risiko!“</p>

<p>Sollte aber jemand, der ins Rotlichtviertel einer fremden Stadt zieht, nicht auch damit kalkulieren, dass er vielleicht eventuell, mal aus Versehen erschossen werden könnte von einem Querschläger? Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit vermutlich sogar kleiner, als besagter Beinbruch – in Zürich zumindest.</p>

<p>„Und die Kriminalität wird immer schlimmer.“ Ich hätte ihr nun gerne von den verschiedenen offenen Drogenszenen erzählt, die es nicht mehr gibt, sondern in Trendspots umgewandelt wurden. Und dass man sich nicht von den Medien verrückt machen lassen soll und und und. </p>

<p>Aber ich wollte mich ja nicht als arrogante Zürcherin outen, so hab ichs halt gelassen. Ich mich weder für noch gegen diese Stadt wenden, sie ist nicht Hure, aber auch nicht Heilige.</p>

<p></p>

<blockquote>Interpret: Cesaria Evora <br>
Album: Cesaria, CV<br>
Song: Petit Pays<br>
Jahr: 1995
</blockquote>

<p>Internet: <a href="http://www.cesaria-evora.com/">Offizielle Seite</a>, </p>

<p><object width="425" height="325"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/LbN8bk9ljQw&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/LbN8bk9ljQw&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="25"></embed></object></p>

<p><br />
Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Tramfahren und dabei aus dem Fenster schauen, Querschlägern ausweichen</p>

<p><em>Artwork: Kindskopf</em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/cesaria_evora_petit_pays.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/cesaria_evora_petit_pays.php</guid>
         <category>Lu</category>
         <pubDate>Sun, 21 Feb 2010 14:28:20 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>Meshell Ndegeocello - «Love Song #3»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #07-2010<br/><br />
<h3>Aller guten Dinge sind drei</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="meshell.png" src="http://www.songoftheweek.ch/images/meshell.png" width="500" height="375" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>Wofür sind Songs gut, wenn nicht um irgendwas in sie hineinzuhören? Und für diese ehrenwerte Tätigkeit eignet sich nichts besser als ein selbsternanntes Liebeslied. Wenn nun eine ganze Trilogie davon auf einem einzigen Album anzutreffen ist, dann geht beim tagträumerischen Retrospektator die Post ab. </p>

<p>«Love Song #1» ist das Verlangen. Das ist die achtzehnjährige Unschuld und die komplette Ignoranz. Der gewachsene Bart und die vermeintliche Weltkenntnis. Das ist grosser Pathos, das ist Liebe, aber vor allem für die Idee. Und manchmal ist das auch schlecht verschleierter Narzissmus. Das ist das Kartenhaus, das zusammenbrechen will, aber nicht ohne sich ein letztes Mal aufzublähen, um seine Bedeutung zu verewigen. </p>

<p>«Love Song #2» ist der Versuch. Das unspektakuläre Scheitern. Das ist die weltliche Seite des Lebens und die unerwartete Reprise einer alten Melodie. Das ist die Erkenntnis: Nicht alles, was sich so anfühlt, wie es sich anfühlen sollte, ist so, wie es sein sollte; und das sollte es auch nicht. Das ist nach dem Mut zum Anfang die zweite Lektion, die Kunst des Beendens.</p>

<p>«Love Song #3» ist die Ruhe. Die gewonnene: nach dem guten Kampf, dem Urknall, dem Aufeinanderprallen von Planeten. Das ist die real existierende Schwerkraft. Das sind Gammastrahlen und gleichzeitig Radiowellen, das ist der um Ultraviolett und Infrarot erweiterte Regenbogen. Das ist der Reiz des Moments und die plötzliche Antriebskraft des Möglichen und des Endgültigen. Das ist die unbeschreibliche Sicherheit der Abhängigkeit. Das ist der Moment, in dem die schöne Spannung widerstandslos Platz macht für die schönere Vorfreude.  </p>

<p>*****</p>

<p>Und wofür stehst du, Meshell, unfreiwillige Verfasserin dieser Biographie in drei Akten? Für die Vollständigkeit. Du bist die Alleskönnerin, die erste und letzte deiner Generation. Und Allrounder, wie uns der Schweizer Cheftrainer sagt, wenn er von Carlo Janka schwärmt, werden ja geboren, nicht trainiert. </p>

<p>Dein Talent kannst du dir also nicht als Verdienst anrechnen. Nur: Am Balanceakt zwischen Schubladisierung und Prahlerei sind schon viele gescheitert. Du nicht. Nichts schmeckt besser und ist giftiger ist als die sprichwörtlichen Lorbeeren, und das hast du begriffen. </p>

<p>Deine Diskographie ist erstaunlich: Du entpflückst dem Hip Hop die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Plantation_Lullabies">Schlachtrufe </a>und begräbst den Machismo. Du sagst ja zum Groove und nein zum Loop, dann <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peace_Beyond_Passion">ja</a> zum Funk und nein zum Disco. Du schockst auf die besondere Art: mit viel <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bitter_(album)">Ruhe</a>, tiefer Stimme, und akustischen Gitarren. Grammy-Nominierungen und weissen Journalistenlob quittierst du mit R&B der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Cookie:_The_Anthropological_Mixtape">aggressiven</a> Sorte. Deine Ansage an die Plattenfirmen, als freier Mensch nach Ablauf deines Vertrages, ist ein instrumentales Jazz-Album, auf dem du deine Bassgitarre jemand anderem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Spirit_Music_Jamia:_Dance_of_the_Infidel">überlässt</a>. Du <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_World_Has_Made_Me_the_Man_of_My_Dreams">flirtest</a> mit Heavy Metal und dann, weil du es eben <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Devil%27s_Halo">kannst</a>, auch mit dem furchteinflössendsten aller Genres: Pop.  </p>

<p>Und irgendwo dazwischen findet sich dieser <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Comfort_Woman">Weltraumreggae</a>, so treffend doppeldeutig betitelt und so leicht zu überhören. Das ist Musik, die nichts aufdrängen will. Aber wo die Liebeslieder solche Namen tragen, muss Ehrlichkeit drin sein. Hört genauer hin.</p>

<p><br />
<blockquote>Interpret: Meshell Ndegeocello<br>Album: Comfort Woman<br>Song: Love Song #3<br>Jahr: 2003</blockquote></p>

<p>Internet: <a href="http://www.meshell.com">Offiziell</a>, <a href="http://www.freemyheart.com">"definitiv"</a>, <a href="http://www.facebook.com/home.php#!/pages/Meshell-Ndegeocello/26602832142">Facebook</a>, <a href="http://www.myspace.com/officialmeshellndegeocello">MySpace</a> und <a href="http://www.last.fm/music/Me%27Shell+Ndeg%C3%A9Ocello">Last.fm</a>.</p>

<p>Song:<br />
<object width="425" height="25"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/PIUhWgwI4LY&hl=en_US&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/PIUhWgwI4LY&hl=en_US&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="25"></embed></object></p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Ähem...</p>

<p><em>Artwork: iTunes Visualizer™ für SOTW</em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/meshell_ndegeocello_love_song.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/meshell_ndegeocello_love_song.php</guid>
         <category>Jonathan</category>
         <pubDate>Wed, 17 Feb 2010 03:01:30 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>Massive Attack - «Atlas Air»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #06-2010<br/><br />
<h3>Musik zum Weiterfahren</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="sotw_massiveattack.jpg" src="http://www.songoftheweek.ch/images/sotw_massiveattack.jpg" width="500" height="375" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>Von Soundtracks für das Leben lesen und schreiben wir ja öfters hier. Zuletzt hat Lea nach dem idealen Soundtrack für ihren Arbeitsweg vorbei an Memphis hinaus in die Industrie gesucht und ihn bei <a href="http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_big_pink_velvet.php">The Big Pink</a> gefunden. Momentan bin auch ich gerade sehr glücklich über meinen 30+ Minuten Arbeitsweg, denn England hat mir einen neuen Soundtrack geschenkt. Und dies keinen Tag zu früh! Denn mein aktuelles Buch, das mich auch schon meine Haltestelle vergessen lassen hat, neigt sich leider dem Ende zu. Und da das Klima trotz ersten zaghaften Versuchen doch noch nicht 100% velotauglich ist, muss neuer ÖV-Stoff her.</p>

<p>Sieben Jahre nach dem je nach persönlicher Leseart langweiligen, mittelmässigen bzw. völlig unterbewerteten «100th Window» veröffentlichten Massive Attack gestern ihr neues Album «Heligoland». Benannt nach einer deutschen Insel, gestaltet wie ein Tricky-Album und - wichtiger - bepackt mit 10 sehr guten Tracks. Von den doch sehr synthetischen und fast schon aseptisch anmutenden Klangwelten von «100th Window» haben Massive Attack glücklicherweise wieder Abstand genommen und haben zum organischen Dröhnen, schnaufenden Bässen und auch deutlich wärmeren Sounds gefunden. Und um noch eine letzte Metapher zu strapazieren (<a href="http://www.pacifier.com/~ascott/they/tamildaa.htm">Alan P. Scott</a> lässt freundlich grüssen): Nach der kalten weltabweisenden Klangwelt des hundertsten Fensters sind wir auf Heligoland endlich wieder zu Gast in der schönen traurigen Ursuppe der Melancholie, die uns schmerzt und zugleich tröstet.</p>

<p>Das klingt jetzt alles etwas wirr, aber «Heligoland» zum ersten Mal zu hören, das war für mich wie nach Hause kommen. Und während <a href="http://www.78s.ch/2010/02/07/nicht-auszurechnen-massive-attack/">andere</a> vom Wandel als Kontinuität schreiben, verkörpert für mich <em>Atlas Air</em>, der wunderbare Schlusstitel des Albums, eine Art Massive Attack Best-Of. Der Song ist fast epische acht Minuten lang und bietet alles, was Massive Attack seit 1991 und «Blue Lines» zu einem Ereignis für jede ernst zu nehmende Hi-Fi Anlage macht: Tiefe Bässe, komplexe aber zugleich zugängliche Perkussions-Arrangements sowie eine sich fast hypnotisch entwickelnde Klangwelt, die sich wiederholt ohne sich abzunutzen. Klar, <em>Atlas Air</em> fehlt das sensationell Neue, das «Blue Lines» zu einem zeitlosen Klassiker gemacht hat - aber für meinen aktuellen Song of the Week qualifiziert sich das Werk trotzdem mühelos. Das lässt sich nicht nicht zuletzt daran ablesen, dass man mit dieser Musik im Ohr an dunklen und kalten Tagen, wie sie der Februar anscheinend noch zur Genüge auf Lager hat, an der Endstation gerne noch für eine weitere Runde im Tram sitzen bleiben möchte.</p>

<p></p>

<p><br />
PS: Auch sehr empfehlenswert: «Girl I Love You" mit seinem majestätisch dunklen Sound.<br />
PPS: Auch mit von der Party ist bei «Saturday Come Slow» unser aller Damon "Hans-Dampf-in-allen-Beat-Gassen" Alborn. Mehr Vorfreude als dieser Track macht jedoch das kommende neue Gorillaz-Album im März!</p>

<p><br />
<blockquote>Interpret: Massive Attack, 2010<br>Album: Heligoland<br>Song: Atlas Air<br>Jahr: 2010</blockquote></p>

<p>Internet: <a href="http://3voor12.vpro.nl/speler/luisterpaal/43040713#luisterpaal.43040713">Album-Stream</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Heligoland_%28album%29">Heligoland bei Wikipedia</a></p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Tramfahren, zurücklehnen.</p>

<p><em>Artwork: M23 für SOTW</em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/massive_attack_altas_air.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/massive_attack_altas_air.php</guid>
         <category>Tobias</category>
         <pubDate>Mon, 08 Feb 2010 19:11:34 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>The Sonics - «Strychnine»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #05-2010<br/><br />
<h3>Nummer 49 wird ausgerufen!</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="sotw_sonics_waste_gimp.jpg" src="http://www.songoftheweek.ch/images/sotw_sonics_waste_gimp.jpg" width="500" height="258" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>I<br />
Heute wollen wir mal dem alternativen Postsystem huldigen. Leute wie ich und zweifellos auch wie ihr, denn als Leser dieses Blogs seid ihr zweifellos hochgradig subversive Subjekte, schicken sicher keine wichtigen Briefe über die normale Post. Wie jeder, der sich eigenständige Gedanken erlaubt und der Konditionierung der staatlichen und kommerziellen Institutionen weiter als dem erlaubten Rahmen entgangen ist, wird bekanntlich konstant überwacht. Die elektronische Post scheidet für ernsthafte Kommunikation natürlich ganz aus. Gar nie sollte dieser Weg zum Informationsaustausch verwendet werden, von Telefonaten wollen wir gar nicht erst sprechen. Brieftauben sind ebenfalls unsicher, zu viele von ihnen wurden vom Staat selbst trainiert und unter die Händler auf den illegalen Tiermärkten gemischt, also Hände weg, denn diese Tiere legen alle einen Zwischenhalt im Informationszentrum ein und glaubt mir, egal wie gut Ihr Eure Nachrichten verschlüsselt habt, die Jungs dort knacken euren Code mit dem Aufwand, den es braucht, um eine Fertigsuppe zuzubereiten.</p>

<p>Nein, die einzige Möglichkeit, sicher im Untergrund zu kommunizieren bleibt Trysteros Postsystem. Ihr müsst allerdings sicher gehen, dass Euch auf dem Weg zu einem der entsprechenden Briefkästen niemand folgt. Den Briefkasten selbst erkennt ihr am gedämpften Posthorn, dem Symbol der freien Korrespondenz. Sprecht nie darüber. Erwähnt NIEMALS den Namen Ts (oh je, ich hab’s weiter oben bereits getan). Verliert die Geduld nicht, wartet ruhig und still auf sein Reich, das Turn-und-Taxis-System wird irgendwann zusammenbrechen!</p>

<p>II<br />
Es gibt ja mehr als genug Menschen, die ihr Leben nach Büchern richten. Die meisten richten es gar nach den zwei, drei gleichen Büchern, die alle zwischen ein und zwei Jahrtausende alt sind. Wie unmündig, doof und verheerend für die Weltgeschichte! Ich wähle mir meine Bücher deswegen lieber selber aus, werde aber offensichtlich immer herfiger daran gehindert: Kürzlich war ich in einem Einkaufszentrum und stakte zwecks Zeitvertrieb in einen Buchladen. Nach 30 Sekunden Rumgestöbere stand fest: Dieser Buchladen kann absolut gar nichts. Eine Krimi-Abteilung ohne ein einziges Werk von Dashiell Hammett und Raymond Chandler ist keine Krimi-Abteilung, sondern ein Kinderbuchstand und ein unseriöser dazu! Den Krimi vom Daniel Depp, den ich mir gerne reingepfiffelt hätte, gab’s natürlich auch nicht. Also rüber zu den Romanen, um meine P.-Sammlung zu komplettieren. Auch kein einziges Buch P.! Langsam wurde es unheimlich, nackter und purer Horror stieg mir aus der Leiste durch den Magen via Gurgel ins Hirn: Irgendetwas stimmt hier nicht. Was auch immer das hier war – ein getarnter Treffpunkt für Alt-Fröntler, ein besonders perfid kaschierter Drogenladen oder öffnete sich, wenn man das richtige Buch rauszog, gar ein Eingang in eine Patchinko-Spielhalle? – eine Buchhandlung war das sicher nicht.</p>

<p>III<br />
Wer wird für Nummer 49 bieten? Egal, denn Leute, lest bloss NIEMALS eines von P.s Büchern! Diese Bücher wurden nicht vom einem Menschen, sondern von einer zeitreisenden Enzyklopädie geschrieben, deren Ziel es ist, unschuldige Männer und Frauen an den Rand des Wahnsinns und darüber hinaus zu treiben. Es ist unmöglich, dass ein Mensch alleine solche Bücher schreibt, wie soll das denn gehen?! Es ist ja schon ein Lebenswerk, so ein Buch zu lesen (geschweige denn es zu verstehen – aber wer mit diesem Anspruch zu Werke geht, sollte sich bereits vorher einen Platz in einem Sanatorium sichern). Ein Buch alleine reicht, um aus einer glücklichen Existenz eine paranoide, süchtige und getriebene Figur zu machen, die an jedem Ort Hinweise und Rätsel zu finden glaubt, in die sie immer tiefer und tiefer eintauchen muss, ohne zu wissen, was sie überhaupt sucht und die beginnt, die verborgenen wie verbotenen Zusammenhänge zu knüpfen und so erst recht ins Visier der Anderen gerät und die schliesslich beginnt, sich mit deren Werten den Arsch abzuwischen. (Un-)Wissende, Suchende, Dahintreibende und zufällig Herumhängende werden sich vereinigen, aber nie herausfinden, um was es eigentlich geht. Wo ist er, wer ist er? Spielt das überhaupt eine Rolle?</p>

<p>IV<br />
Bei der von P. beschriebenen Band The Paranoids muss ich immer an die Sonics denken, aber vielleicht ist das ja falsch. Jedenfalls, wer sich für den sogenannten New Rock und die unzähligen "The"-Bands der frühen Nullerjahre interessiert, dürfte an den Sonics seine helle (dunkle) Freude haben. Das ist Garagen-Rock in seiner frühen und frischen Blüte, entstanden just zu der Zeit, als die amerikanische Regierung begann, LSD-25 unter den Jugendlichen zu verteilen.</p>

<p></p>

<blockquote>Interpret: The Sonics, USA<br>
Album: Here are the Sonics<br>
Song: Strychnine<br>
Jahr: 1965
</blockquote>

<p>Internet: <a href="http://www.thesonicsofficialfansite.webs.com/">Fansite</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sonics">Wikipedia</a>, <a href="http://www.myspace.com/sonicsthe">MySpace</a>, <a href="http://pynchonwiki.com/">P.-Wiki</a>.</p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Seinem Tee einen Schuss Strychnin beimischen (ich habe kürzlich gehört, dass die Samen der Strychnos Nux-vomica in diversen Medikamenten vorkommt, also schwupps den Kleinen-Chemiker-Kasten hervorholen und geniessen - so lange wie möglich).</p>

<p><em>Artwork: Das gedämpfte Posthorn, gefunden von Flickr-User <a href="http://www.flickr.com/photos/bluejake/116808789/">jakedobkin</a>.</em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_sonics_strychnine.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_sonics_strychnine.php</guid>
         <category>Hannes</category>
         <pubDate>Sun, 31 Jan 2010 13:40:55 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>The Big Pink - «Velvet»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #04-2010<br/><br />
<h3>Wenn in der Industrie Musik erklingt</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="sotw_big pink.JPG" src="http://www.songoftheweek.ch/images/sotw_big%20pink.JPG" width="440" height="336" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>Seit drei Wochen sitze ich nun hier und schaue aus dem gleichen Fenster. Alles ist weiss, der Schnee hat sich bisher nur selten verzogen. Auf der S-Bahn-Brücke rasen im Viertelstundentakt die Züge vorbei, das kleine Bächlein wirkt gekünstelt und der mickrige Spielplatz der hauseigenen Kinderkrippe versprüht auch nicht gerade das volle Leben, obwohl die knallrote Rutschbahn wirklich ihr Bestes gibt. Hinter der Brücke bahnen sich vier grosse Krans ihren Weg in den Himmel. Ich sehe sie, was bedeutet, dass es ein guter Tag ist, weniger Nebel als sonst. Noch fast in Sichtweite solls ein stadt- bzw. dorfbekanntes Puff geben, die Bumsalp. Das Feierabendbier nimmt man trotzdem lieber im „Level“ zu sich. Inmitten von Möbel Pfister und Co. spielt da nämlich ein altes Männlein schnulzige Lieder am Piano und betont damit die endlose Trostlosigkeit dieses Industriegebietes. Doch eines muss man dem Niemandsland lassen: Sie haben eine Bushaltestelle namens Memphis. Wirklich. Tag für Tag darf ich nun an Memphis vorbeifahren, wer hätte das gedacht. Genau diese Absurdität der Szenerie macht das Ganze hier letztendlich erträglich und manchmal sogar liebenswert.</p>

<p>Damit ich diesen „Industrial Chic“ meines Arbeitsweges auch richtig fühle, habe ich in den letzten Wochen nach passender musikalischer Untermauerung gesucht. Die Musik soll die Melancholie und Wintertristesse aufnehmen und potenzieren, so dass ich mich genüsslich darin suhlen kann. Gleichzeit soll sie diese erträglich machen. Pathetisch und intensiv darfs sein und ab und an auch etwas dröhnen. Die Musik muss einem das Gefühl von Geborgenheit in der Einsamkeit vermitteln, den Kopf von all den Arbeitsgedanken frei machen und den Schalter zum Durchatmen auslösen. Sie soll Beginn und Ende des Tages gleichwohl einläuten und beruhigend und zugleich ermutigend wirken. Ich spreche von durchdringend wie Muse, schwermütig wie Madrugada, dramatisch wie Hard-Fi, elektronisch wie MGMT und britisch wie Morrissey.</p>

<p>Natürlich bin ich fündig geworden und habe <em>The Big Pink </em>zur Industrieband meines Vertrauens ernannt. Ein Elektrorock-Duo aus England, das im September letzten Jahres ihr Debütalbum veröffentlicht hat und damit <em>A Brief History of Love </em>erzählt, stellenweise sehr traurig, aber durchaus hörenswert. Der Song <em>Velvet </em>hats mir besonders angetan und wenn Robbie Furze (so heisst er leider wirklich) nach zweieinhalb Minuten mit voller Wucht in die folgende Strophe einsteigt, dann ist nicht nur das Liebesleben so vieler Mittzwanziger auf den Punkt gebracht, sondern ein weiterer Tag im Industriegebiet veredelt:</p>

<p><em>These arms of mine <br />
Don’t mind who they hold <br />
So should I maybe just leave love alone <br />
You call out my name for the love you need <br />
But you won’t find it in me.</em></p>

<blockquote>Interpret: The Big Pink, GB<br>
Album: A Brief History of Love<br>
Song: Velvet<br>
Jahr: 2009</blockquote>

<p>Internet: <a href="http://www.myspace.com/musicfromthebigpink">Myspace</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OA3twi3iSNQ">Velvet on Youtube</a>, <a href="http://www.musicfromthebigpink.com/">Band Website</a></p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Durchs Niemandsland laufen.</p>

<p><em>Artwork: Lea für sotw</em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_big_pink_velvet.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_big_pink_velvet.php</guid>
         <category>Lea</category>
         <pubDate>Mon, 25 Jan 2010 12:15:20 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>Eels - «I like Birds»</title>
         <description><![CDATA[<h3>Und täglich grüsst…</h3>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="SOTW_Alltagspflege.JPG" src="http://www.songoftheweek.ch/images/SOTW_Alltagspflege.JPG" width="512" height="312" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>«Alltagspflege» gebietet mir das Schild im Coop und stellt mir gleich eine Auswahl an Duschgels, Shampoos und Schaumbädern zur Verfügung, damit ich dem Gebot auch ja folgen kann. Einen Kaffee mit Freunden, einen gemütlichen DVD- oder Kneipenabend haben sie merkwürdiger Weise nicht in der Auslage.</p>

<p>Und schon gar keine Musik, mit der sich ja manch einer und manch eine den Alltag versüsst. Sie erfreut die Seele schon beim Frühstück, untermalt das Aufräumen, und beim bereits erwähnten Kneipenabend ist sie auch nicht fehl am Platz. Gehört also zum Tagesablauf wie die Zahnpasta – Morgens Aronal und Abends Elmex und zwischendurch ne Platte. Aber das ist wohl dem Coop fremd.</p>

<p>Nun eignet sich aber nicht jede Musik für jede Art von Alltagspflege, wenn’s in der Kneipe zu laut musiziert ist der Abend auch dahin. Leider verwechseln mittlerweile Barbesitzer des Öfteren ihr Etablissement mit einer Diskothek. Aber wenn ich mein Gegenüber anschreien will, geh ich nicht in ne Bar. Falsche Pflege des Kunden also.</p>

<p>Aber die musikalische Alltagspflege beginnt zumindest bei mir bereits morgens beim Aufstehen oder beim Frühstück. Als ich mal bei ner Freundin übernachtete, liess die sich doch tatsächlich von Gigi D’Agostinos «The Riddle» wecken – der Tag war für mich gelaufen. Nota Bene: Man kann auch überpflegen. So beginne ich meinen Tag lieber mit den Eels und «I like Birds», auch wenn ich morgens Vogelgepfeife schon gar nicht abkann.</p>

<p><br />
<blockquote>Interpret: Eels<br><br />
Album: daisies of the galaxy<br><br />
Song: I like Birds <br><br />
Jahr: 2000<br />
</blockquote></p>

<p>Internet: <a href="http://www.eelstheband.com/">Band Website</a>, <a href="http://www.myspace.com/eels">MySpace-Seite</a></p>

<p><object width="425" height="25"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/JSi3_izdRZE&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/JSi3_izdRZE&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="25"></embed></object></p>

<p><br />
Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Corn Flakes Essen, vor sich hin pfeifen</p>

<p><em>Artwork: Alltagspflege</em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/eels_i_like_birds.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/eels_i_like_birds.php</guid>
         <category>Lu</category>
         <pubDate>Sun, 17 Jan 2010 18:17:21 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>Patrice - «Everyday Good»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #02-2010<br/><br />
<h3>Musikfreundschaften</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="smile.jpg" src="http://www.songoftheweek.ch/images/smile.jpg" width="500" height="318" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>Gute Freunde zeigen dir gute Songs. So geschehen zu später Stunde letzten Samstag, begleitet von Rotwein, russischer Schokolade und dem einen oder anderen ungewollten menschlichen Nebengeräusch. Und obwohl der Song lediglich Diskussionshintergrund war, wurde meine Neugier geweckt. Einen kurzen Ausflug in die Welt von Wikipedia später war auch meine Ignoranz überwunden: Nein, Patrice ist nicht der Typ von «Ces Soirées-Là» ist. Wieder mal was gelernt.</p>

<p>Gute Songs sind freundlich. Glaubt ihr nicht? Dann hört euch mal an, wie hier Gebrauch gemacht wird von der Heilkraft der guten Laune. Zugegeben, Patrice beschwört dabei Mother Nature und Father Jah Jah, aber es funktioniert. Und wirkt dabei seltsam scherzlindernd bei Fernweh (dringend empfohlen für alle, die sich gerade einer unfreiwilligen Skypekur unterziehen!) - was umso erstaunlicher ist, weil doch die Maxime gilt:</p>

<p>Freundliche Songs sind selten gut. All diese bevormundenden, besserwisserischen, künstlich durch die Boxen lächelnden Songs, vielversprechend und schliesslich nichtssagend. Aber wenn solche Regeln stets auf der Suche nach geeigneten Ausnahmen sind, um sie zu bestätigen, so sind sie hier fündig geworden. Das mag teilweise am Patois leigen, oder vielleicht am Groove, der zu ansteckend ist - aber «Everyday Good» erweitert obige Maxime und hält fest: But when they're good, they're great.</p>

<p>Mit guten Songs freundet man sich sofort an. Das heisst auf Neudeutsch übersetzt "Liebe auf den ersten Klick", oder: Die <small>(<a href="http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_whitest_boy_alive_dont_giv.php">nicht mehr ganz</a>)</small> verstaubte Repeat Song-Taste im iTunes wieder mal in Betrieb zu nehmen. Und jeden guten Tag, an dem man «Everyday Good» noch immer nicht überdrüssig geworden ist, gehörig zu feiern. </p>

<p>Gute Freunde sind wie gute Songs. Sie sind da für dich, wenn du sie brauchst. Sie sind laut wenn sie müssen, und leise wenn sie sollen. Sie bleiben treu und vergeben gerne lange Zeiten der Funkstille. Sie helfen dir dabei, <a href="http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_whitest_boy_alive_dont_giv.php">nicht aufzugeben</a>, oder regen zu körperlicher und geistiger <a href="http://www.songoftheweek.ch/archiv/dan_le_sac_vs_scroobius_pip_th.php">Bewegung</a> an. Und die besten von ihnen tauchen an ausgewählten Koordinaten deiner Erinnerungslandschaft auf, dezidiert aber niemals aufdringlich, und zwingen dir dieses wohlige Lächeln auf die Lippen. </p>

<blockquote>Interpret: Patrice, DE<br>
Album: Ancient Spirit<br>
Song: Everyday Good<br>
Jahr: 2000
</blockquote>

<p>Internet: <a href="http://www.patrice-music.de/">Official</a>, <a href="http://www.myspace.com/officialpatrice">MySpace</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Patrice_Bart-Williams">Wikipedia</a> </p>

<p>Song:<br />
<object width="425" height="25"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/BrpVj3T3tl8&hl=en_US&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/BrpVj3T3tl8&hl=en_US&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="25"></embed></object></p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Be <a href="http://www.youtube.com/watch?v=d-diB65scQU">happy</a>.</p>

<p><em>Artwork: Flickr-User <a href="http://www.flickr.com/photos/felipeneves/4076813778/">Felipe Neves</a></em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/patrice_everyday_good.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/patrice_everyday_good.php</guid>
         <category>Jonathan</category>
         <pubDate>Wed, 13 Jan 2010 13:48:41 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>Starlight Mints - «Power Bleed»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #01-2010<br/><br />
<h3>„Fucking cool, fucking great!“ (NME)</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="Starlight Mints - Power Bleed" src="http://www.songoftheweek.ch/images/sotw_starlightmints.jpg" width="500" height="333" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p><br />
Musikkritik kann Poesie sein. Und Musikkritik kann ein fachkundiges Urteilen über die Kunst anderer sein. Oder aber Musikkritik kann mit der grossen Buschtrommel und grellen Farben verbreitet werden, laut und prächtig. Letzteres ist die Lieblingssportart des englischen NME - dem Musikmagazin, das regelmäsig mehr Musiker zur 'Band of the Year' adelt, als das Jahr Wochen hat.</p>

<p>Doch genau ein solcher Paukenschlag ist in diesem Fall nötig, denn die Starlight Mints haben es mir schwer angetan. Und deshalb steht für mich jetzt schon fest: Das ist die Band des Jahres! Und nachher kommt lange nichts mehr. Ganz, ganz lange. Länger als Bob Dylan schon auf Tour ist, und auch länger als die Welt schon auf den Zweitling der Propellerheads wartet. Also auch wenn das Album noch aus dem bösen alten 2009 stammt: Dieser Entschluss steht fest, 2010 = UNESCO-Year of the Starlight Mints.</p>

<p>Der Name der Band allein genügt als Begründung nicht? Na dann, in schöner NME-Manier, hier die Gründe, weshalb auch ihr euch jetzt und sofort dieser Band unterwerfen und alle anderen CDs aus eueren Abspielgeräten für immer verbannen und sofort dieses Album auflegen sollt. Und das obwohl die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass die Qualität dieser Geräte dem Sound der Starlight Mints nicht das Wasser reichen kann. Denn würden sich ein durchschnittlicher CD-Player und das Album der Starlight Mints in einer dunklen Ecke einer verruchten Stadt begegnen - der CD-Player wäre der dreckige Junkie und das Album der Starlight Mints die Sozialhilfe, die Suppenküche, der nächste Schuss, die Stadtreinigung, das nette Mädchen von nebenan - das alles auf einmal: Letzte Chance, rettende Hand, lähmende Erkenntnis, quälende Gewissheit der eigenen Unterlegenheit und Verführung des Schönen. All das, und noch viel mehr.</p>

<p>Und weil die NME-'Band-of-the-Year'-Checkliste nicht nur tolle Bilder (siehe oben), sondern auch ebenso tolle Vergleiche mit anderen Musikern und noch tollere Metaphern vorschreibt: Starlight Mints, das ist wie wenn MGMT an einem schönen Tag mit der Seele von Jamiroquai auf den Ruinen der letzten Synthesizern der späten 80er eine Orgie* feiern und dazu Jack White eine Flasche Hustensaft leert. Ganz schön funky also.</p>

<p></p>

<p><br />
<em>(Disclaimer: Ich habe den NME noch nie gelesen. Aber auch das gehört zu einer guten Kritik: Wisse nicht, worüber du schreibst. Lasse dir deine Voreingenommenheit nicht durch Fakten zerstören! Aber «Change Remains» der Starlight Mints ist wirklich ein tolles Album. Grosses Indianerehrenwort.)</em><br />
 </p>

<p><br />
<blockquote>Interpret: Starlight Mints, US<br />
Album: Change Remains<br />
Song: Power Bleed<br />
Jahr: 2009<br />
</blockquote></p>

<p>Internet: <a href="http://www.starlightmints.com/">Band Website</a> <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Starlight_Mints">Wiki</a>, <a href="http://www.barsuk.com/bands/starlightmints">Barsuk Records</a>, <a href="http://www.daytrotter.com/dt/starlight-mints-concert/20030839-3738153.html">Starlight Mints - Daytrotter Session <strong>(Tipp!)</strong></a>, <a href="http://www.lastfm.de/music/Starlight+Mints/+similar">Similar Artists gemäss last.fm</a></p>

<p>- Song:<br />
<object width="425" height="25"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/PxA14vvKpRY&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/PxA14vvKpRY&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="25"></embed></object></p>

<p><br />
- <a href="http://www.youtube.com/watch?v=PxA14vvKpRY">Video (don't click!!!)</a></p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Party like it's <a href="http://www.80svideos.tv/play.php?vid=162">1999</a>. </p>

<p><em>Artwork: Flickr-User <a href="http://www.flickr.com/photos/farmdog/196702012/">Jeremy Farmer Photog</a></em></p>

<p>*dieses Wort zieht immer!</p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/starlight_mints_power_bleed.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/starlight_mints_power_bleed.php</guid>
         <category>Tobias</category>
         <pubDate>Mon, 04 Jan 2010 21:31:21 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>Pink Floyd - «Time»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #52-2009<br/><br />
<h3>Die Tage sind lang, die Jahre hingegen kurz</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="sotw_time_tokyo.JPG" src="http://www.songoftheweek.ch/images/sotw_time_tokyo.JPG" width="500" height="223" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>Kürzlich hatte ich Waschabend, eine der grösseren Torturen, die einem das Leben (jedenfalls in diesen Längen- und Breitengraden) bereithält. Den Waschkorb runtertragen, die Kleider nach Waschgangart und -Wärme sortieren, einen Teil davon dann in die Maschine werfen und den richtigen Knopf drücken. Dann steht auf dem Display, wie lange es dauern wird, beispielsweise 39 Minuten (30° Wäsche), damit man weiss, wann die Kleider wieder sauber sind und die nächste Qual, das Aufhängen der Wäsche, ansteht. Allerdings jedes Mal, wenn ich nach dem Starten des Waschgangs wieder oben in der Wohnung bin, vergesse ich, auf die Uhr zu schauen, was bedeutet, dass ich mich auf mein inneres Zeitgefühl verlassen muss. Dieses kann mitunter stark täuschen, wie Ihr selber zweifellos auch wisst, und hängt auch stark davon ab, was man während eines solchen Waschgangs denn genau macht. Ich für meinen Teil finde mich regelmässig zu früh unten in der Waschküche wieder, so dass dann der Counter, der die Minuten des Waschgangs rückwärts runter zählt, zwischen 2 und 5 Rest-Minuten anzeigt, was einem die Optionen a) warten in der Waschküche, die ungefähr so spannend ist wie das Wartezimmer eines Zahnarztes und b) wieder rauf in die Wohnung steigen, kurz irgendwas machen (ja nichts zu tolles, denn sonst vergisst man, gleich wieder runter zu gehen!) und dann gleich wieder runter gehen, lässt. Beides ziemlich doof, also.</p>

<p>Natürlich ist mir das kürzlich genau wieder passiert. Ich ohne Zeitplan runter, in der Hoffnung, der Waschgang sei vorbei, war aber nichts: Die Waschmaschine zeigte noch 2 Minuten an, der Trockner daneben gar noch deren 15. Da ich keine Lust hatte, nach oben in die Wohnung zu gehen und nach eineinhalb Minuten wieder runter zu kommen, entschied ich mich für Option eins und bin ich halt einfach 2 Minuten in der Waschküche geblieben und habe mich nach einer Minute aus lauter Langeweile für die kommende Woche gleich wieder zum Waschen eingetragen und dabei eine höchst erstaunliche wie erschreckende Entdeckung gemacht: In derselben Zeit, in der die Waschmaschine von zwei auf eine Minute runter gezählt hatte, war der Trockner von 15 Minuten auf 10 runtergegangen!</p>

<p>Was soll man nun davon halten? Hat eine der beiden Maschinen einen Fehler gemacht? Maschinen machen doch keine Fehler! Oder befindet sich genau zwischen diesen Maschinen die Datumsgrenze, ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum oder gar das Bermuda-Dreieck? Jedenfalls, aus diesem langweiligen Ort wurde schlagartig ein grusliger. Schliesslich war ich Zeuge eines eindeutigen Fehlers in der Matrix oder wie diese Konstruktion, die wir "Welt" nennen sonst heisst und ich musste jederzeit mit der Ankunft von Hütern des Glaubens an die Realität rechnen. Schnell leerte ich die Waschmaschine, hängte meine T-Shirts und Pullis auf, leerte danach den inzwischen ebenfalls bei null – bloss welcher? – angekommenen Trockner, warf die trockenen Kleider schleunigst in meinen Waschbeutel und rannte hoch. Gerade noch geschafft. Seither höre ich in meinem Zimmer, das blöderweise genau über der Waschküche liegt, des Nachts so seltsame, repetitive Geräusche. Ist das der Zeit-Wächter, der sich verspätet hat und nach mir sucht, sind es die beiden Maschinen, die sich gegenseitig der Zeit-Sprunghaftigkeit beschuldigen oder ist es doch nur einE rücksichtsloseR NachbarIn, der/die mitten in der Nacht wäscht?</p>

<p><br />
<blockquote>Interpret: Pink Floyd, UK<br />
Album: Dark Side of the Moon<br />
Song: Time<br />
Jahr: 1973<br />
</blockquote></p>

<p>Internet: <a href="http://www.pinkfloyd.com/">Website</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pink_Floyd#Klassische_Phase">Wikipedia</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ntm1YfehK7U">Live-Mitschnitt (Pink Floyd)</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=33-ujOrGyZs">Live-Mitschnitt (Roger Waters)</a>.</p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Endlich rausfinden, wie man im Natel den verfluchten Timer einstellen kann.</p>

<p><em>Artwork: Gibt es etwa doch einen Gott? Und sieht er so aus? Gigantesker Buddha in der Surferstadt Kamakura im Süden Tokios.</em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/pink_floyd_time.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/pink_floyd_time.php</guid>
         <category>Hannes</category>
         <pubDate>Sun, 27 Dec 2009 15:12:27 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>The National - «Slow Show»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #51-2009<br/><br />
<h3>Wenn Inspirationslosigkeit ein gutes Zeichen ist</h3></p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="sotw_thenational.jpg" src="http://www.songoftheweek.ch/images/sotw_thenational.jpg" width="460" height="335" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>Zwei Monate Nord- und Südamerika und trotzdem sitze ich total uninspiriert vor dem Computer und starre seit Stunden fassungslos und doch gleichgültig mein vereistes und kahles Bäumchen auf dem Balkon an. Für mich ist das ein herrliches Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass ich im Grunde glücklich und zufrieden bin. Ich grüble nicht, ich male nicht schwarz, ich verstricke mich nicht in unauflösbare Argumentationsketten, schreibe imaginäre Leserbriefe oder missbrauche songoftheweek für endlos triste Ausführungen über innere Zerissenheit. Andererseits habe ich deshalb auch keine Inspiration, keine neuen Ideen, fühle keinerlei Drang dem geschätzten Leser hier irgendwas mitzuteilen. Es scheint fast so, als entstünde tatsächlich nur aus Leid und Depression, oder, etwas dezenter formuliert, aus latenter Melancholie und punktuellem Wahnsinn etwas Innovatives und Kreatives. Zu diesem Thema empfehle ich allen dringendst das Buch <em>Torture the Artist</em> von Joey Göbel (auf Deutsch unter dem Titel <em>Vincent</em> zu finden). Da wird einem ausserordentlich talentierten und viel versprechenden Künstler ein Manager zur Seite gestellt, dessen Hauptaufgabe es ist, dafür zu sorgen, dass dieser Junge sein ganzes Leben lang nie richtig glücklich wird, dafür umso kreativer bleibt. Diese an sich sehr tragische Story ist gespickt mit sehr viel intelligenter Gesellschafts- und Medienkritik und befasst sich allgemein mit der Frage der Entstehung von guter Kunst und Kreativität. Eine gelungene Abhandlung, sofern man neue amerikanische Literatur mag und einem Schreibstil à la Nick Hornby nicht abgeneigt ist. </p>

<p>Zudem, wie mein angehender Chef mir an der Weihnachtsfeier erklärt hat, sind depressive Menschen am ehesten in der Lage, die Realität richtig wahrzunehmen, d.h. sie haben erwiesenermassen die beste Übereinstimmung zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung und sind deshalb, sofern sie sich aus ihrem Tief befreien können, zwar nicht glücklichere, doch oft erfolgreichere Menschen. Damit möchte ich aber auf keinen Fall die optimistischen Sonnenscheine da draussen als naive Langweiler in die Ecke stellen. Input kann durchaus auch von Glück ausgehen. Hoffe ich jetzt einfach mal und nehme mir vor, das im neuen Jahr mal auszutesten.</p>

<p>Ein weiterer Vorsatz fürs neue Jahr besteht darin, endlich Matt Berninger zu heiraten. Das ist schon lange überfällig. Denn ein Mann mit einer solchen Stimme kann nur glücklich machen. Fein, aber rau, einfühlsam, aber bestimmt, aufwühlend und trotzdem beruhigend präsentiert sich der Sound von The National: „a meditative rumble that starts in the heart, gets caught in the brain, and resonates outward“, wie sie sich selbst beschreiben. Ein schon länger bestehendes Juwel, deren Musik man zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten hören kann, sei es auf einer Sonnenterasse mit Blick aufs Meer und einem guten Gin Tonic, sei es in der winterlichen Stube bei Wohlfühltee und Zimtsternen.</p>

<p>Zum Einstieg in diese musikalische Welt eignen sich zum Beispiel die Songs <em>Apartment Story</em> oder <em>Fake Empire</em> ab dem Album <em>Boxer</em> aus dem Jahre 2007 oder auch <em>Daughters of the Soho Riots</em> ab dem Album Alligater von 2005. Mein persönlicher Favorit ist jedoch der Song <em>Slow Show</em> von 2007, weil er eine der für mich hoffnungsvollsten Liebeszeilen überhaupt enthält, die gegen Ende des Liedes mit einer wundervollen Klavierbegleitung eingeleitet wird:</p>

<p><em>You know I dreamed about you<br />
for twenty-nine years before I saw you<br />
You know I dreamed about you<br />
I missed you for twenty-nine years.</em></p>

<p>Ob ich den Song mit Dreissig noch mag, hängt dann wohl sehr von meinem Beziehungsstatus ab... Doch im weihnachtlichen Sinne verabschiede ich mich hoffnungsvoll und wünsche euch allen gutes Essen, erfreuliche Geschenke, wenig Familienkrach, viel Nerven und einen feucht-fröhlichen Rutsch ins 2010. Man liest sich!</p>

<blockquote>Interpret: The National, US<br>
Album: Boxer<br>
Song: Slow Show<br>
Jahr: 2007</blockquote>

<p>Internet: <a href="http://www.myspace.com/thenational">Myspace</a>, <a href="http://www.americanmary.com/">The National Website</a>, <a href="http://www.amazon.de/Torture-Artist-Joey-Goebel/dp/1905847475/ref=pd_sim_b_3">Torture the Artist on Amazon</a></p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Genau hinhören und hoffen.</p>

<p><em>Artwork: Fischli und Weiss, Findet mich das Glück?, leicht modifiziert</em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_national_slow_show.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_national_slow_show.php</guid>
         <category>Lea</category>
         <pubDate>Sun, 20 Dec 2009 16:07:31 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>Seeed - «Release»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #50-2009<br/><br />
<h3>Tag der Tee-Katze</h3><br />
<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="tee_katze_sotw.JPG" src="http://www.songoftheweek.ch/images/tee_katze_sotw.JPG" width="451" height="338" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>-3°C und Industrieschnee den ganzen Tag. Und ich hatte ja schon länger einen Text vorbereitet, aber nach dem die letzten beiden Texte ja eher düster und nachdenklich waren, will ich euch heute schonen. Nein, auch wenn es nahe liegt, mit Besinnlichkeit wird’s heut aber mal Null,Garnix, den ganzen Weihnachtsschmu werde ich euch heute ersparen, damit terrorisieren und Coca Cola und Co ja bereits genug. Und wer will sich schon auf das Niveau von denen begeben?</p>

<p>Aber was macht man mit einem angebrochenen Sonntag, an denen das Haus zu verlassen nur für den guten Zweck (sprich Demo, Schokolade-Kauf etc.) unternommen werden sollte? Nun die einen beginnen ein neues <a href=" http://www.metro.co.uk/weird/805627-incredible-sculptures-made-with-dust"> Hobby </a>, ich jedoch schmeiss den Kocher an, füll die Tee-Katze bis an den Rand. </p>

<p>Ja grimmig schaut das Vieh daher und ihr Leser werdet mir lauthals leere Versprechen vorwerfen, aber die Geschichte hinter der Teekatze ist doch eine eher lustige. So hatte ich mir nämlich vor drei Jahren von meinem Mami ein China-Teeservice gewünscht (die Hintergründe zum Wunsch werden hier nicht weiter erläutert) und nach 5 Anrufen und 10 SMS, war ich schon sehr gespannt, aber was mir da aus dem Papier entgegenschaute, war zwar sicher aus China, und auch ein Teeservice, aber nicht ganz was ich erwartet hatte...</p>

<p>Aber zurück zum Anfang, also Katze füllen, Keks in die Hand und ab in die Hängematte  (sprich den Lesesessel), denn heut gibts die Karibik auf die Ohren, sozusagen Gegenprogramm zum Industrieschnee. Aber auch hier werd ich eure Erwartungen entäuschen, denn Karibik gibts heut nicht aus Jamaika, Bob Marley muss also zu Hause bleiben. Karibik kommt heut aus dem halbhohen Norden, Berlin also und den Rest überlass ich nun Seeed. Denn das wichtigste ist, dass man sich die Stimmung nicht verdirbt und in diesem Sinne - Release.<br />
 <br />
<blockquote>Interpret: Seeed<br><br />
Album: Music Monks <br><br />
Song: Release <br><br />
Jahr: 2003<br />
</blockquote></p>

<p>Internet: <a href="http://www.seeed.info">offizielle Website</a>, <a href=http://www.peterfox.de>Peter Fox</a>, <a href="http://www.dellee.de">Dellé</a>,<a href="http://www.boundzound.de">Boundzound</a>, <a href="http://www.myspace.com/froggmusicde">Frogg</a></p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: In der Hängematte liegen und Tee schlürfen, Videogames spielen.</p>

<p><em>Artwork: Don’t mess with the tea cat</em></p>

<p>ach ja, und hier das Video, mit lustiger Choreographie:<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/WVonO5xFH5I&hl=en_US&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/WVonO5xFH5I&hl=en_US&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object><br />
</p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/seeed_release.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/seeed_release.php</guid>
         <category>Lu</category>
         <pubDate>Sun, 13 Dec 2009 17:02:39 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>The Whitest Boy Alive - «Don&apos;t Give Up»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #49-2009<br/></p>

<h3>Von einer Aufgabe</h3>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="clouds.jpg" src="http://www.songoftheweek.ch/images/clouds.jpg" width="500" height="333" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>«Don't Give Up». Immer wieder «Don't Give Up». Der Soundtrack der letzten Tage. Die Tage, in denen das Schreiben zur raison d'etre wurde. In denen nur TextEdit, Pages und ich existierten. Und die Bücher. Und das grelle Licht des Bildschirms. </p>

<p>Die Tage werden kürzer. Der letzte Kraftakt des Winters, bevor er sich langsam wieder wegschleicht. Zu langsam. Tage, in denen sich dieser Text permanent hinter den 3000 Worten, die zu schreiben waren, versteckt hielt. Nur knapp, aber doch genug, um einen Negativrekord in Sachen SOTW aufzustellen. </p>

<p>Deshalb also die Übung in Stream of Consciousness. Sie ist notgedrungen, fühlt sich aber befreiend an; das Gegenteil des modus operandi der letzten Tage. Und wieder ein Einschub aus einem anderen Wörterbuch. Nur nicht Englisch, bitte. </p>

<p>Ob die anderen das ganze so toll finden? Zwei Tage nichts, dann das? Ist ja nicht so wichtig. Die Selbstzufriedenheit ist jetzt zu allgegenwärtig. Weil die Arbeit getan ist, und wegen «Don't Give Up». </p>

<p>Immer wieder «Don't Give Up». Es sei wärmstens empfohlen. Hat sicher, im Gegensatz zu diesen Worten, mehr als ein Take gebraucht. Verliert aber nichts von seiner Luftigkeit. Oder der Fähigkeit, bis ins innerste vorzudringen. Und wenn das ganze vorbei ist, liebe Freunde - und das ist die gute Nachricht - ist es immer noch genau so wunderbar kraftvoll in seinem Feingefühl wie zuvor. Sogar auf Repeat. Dieser weisse Junge gibt nicht auf.</p>

<p><br />
<blockquote>Interpret: The Whitest Boy Alive, Berlin<br />
Album: Dreams<br />
Song: Don't Give Up<br />
Jahr: 2006<br />
</blockquote></p>

<p>Internet: <a href="http://www.myspace.com/thewhitestboyalive">MySpace</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Whitest_Boy_Alive">Wikipedia</a> und die Webseite in <a href="http://www.whitestboyalive.com/">weiss</a></p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: "Repeat" auf Deutsch übersetzen.</p>

<p><em>Artwork: Flickr-User <a href="http://www.flickr.com/photos/werkunz/3680331543/sizes/l/">Werner Kunz</a></em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_whitest_boy_alive_dont_giv.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/the_whitest_boy_alive_dont_giv.php</guid>
         <category>Jonathan</category>
         <pubDate>Wed, 09 Dec 2009 00:57:33 +0100</pubDate>
      </item>
      
      <item>
         <title>OMC - «How Bizarre»</title>
         <description><![CDATA[<p>SOTW #48-2009<br/></p>

<h3>Katalysatortürme</h3>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="sotw48.jpg" src="http://www.songoftheweek.ch/images/sotw48.jpg" width="500" height="350" class="mt-image-none" style="" /></span></p>

<p>Es ist Abend, es schneit. Der Winter hat Zürich eingeholt und neben der Bahnhofstrasse strahlen am Löwenplatz Sterne aus Pet-Flaschen um die Wette. Laserschwert-Romantik gegen Öko-Kitsch, wer ist die schönste Adventsbeleuchtung im Land?</p>

<p>Das Timing hätte nicht besser sein können. Just als sich Helvetien in einer der weltweit wohl emotionalsten Baurechtsabstimmungen zur Agrar- und Heimatschutznation bekannte, legte sich besänftigend der Schnee über unser Land. Schlafe jetzt, Helvetia. Ruhe dich aus.</p>

<p>Verwundert reiben wir uns die Augen, fragen uns, wo sich denn diese nette Schweizer Mehrheit sonst so versteckt, unter dem Jahr, wenn es also nicht gerade an der Urne Farbe zu bekennen gilt. Wir müssen sehr naiv sein oder blind, wenn wir bisher auf den guten Menschenverstand vertrauten und diese und jene Bemerkung als Ausrutschter erklärten. Das Abstimmungscouvert ist kein Ausrutschter. Und es wäre ein Fehler, wären wir jetzt nur moralisch verschnupft. Denn die Sache ist ja komplizierter als sie auf den ersten Blick scheint, und eine der vielen Fragen die sich jetzt stellen, ist folgende: Wie viele Stellvertreterabstimmungen soll sich unser Land leisten, in denen jene, die die Initiative befürworten, nicht nur gegen das sind, was die Initiative zum Inhalt hat und jene, die gegen die Initative sind, nicht innige Befürworter jenes Gegenstandes sind, den die Initiative zu bekämpfen vorgibt. Man kann es an der Anzahl Kommas ablesen: Es ist kompliziert.</p>

<p>Das Bizarre am vergangenen Wochenende aber ist, dass es sich beim vielbeschworenen «Kampf der Kulturen» nicht (nur) um einen (vermuteten) Konflikt zwischen Christen und Muslimen handelt, sondern wir offensichtlich auch einen innerschweizerischen «Kampf der Kulturen» auszutragen haben. Das ist zwar nicht neu, trat aber dieses Mal so stark wie noch nie zu Tage. Im Rahmen eines Referendums über das Pro und Kontra der Zusatzfinanzierung einer Dorfkläranlage zu streiten, unterscheidet sich grundlegend von der Tragweite eines politischen Entscheides, der am Ende nichts weniger als eine Grundsatzfrage betrifft: Beschützen wir unseren helvetischen Gründungsmythos inkl. einer Aufhebung der Trennung von Kirche und Staat oder bekennen wir uns zur einer Schweiz, die international vernetzt ist (statt isoliert), sich der Zukunft zuwendet (statt der Vergangenheit), die die Innovation liebt (statt die Tradition) und den Dialog pflegt (statt Denkverbote)?</p>

<p>Das Nützliche am vergangenen Wochenende ist also, dass es zeigt, wie wichtig diese Grundsatzdebatte ist und dass sie jetzt endlich in Gang kommen muss - eine Debatte notabene, die eigentlich vor der Abstimmung hätte geführt werden müssen. Das Feld komplett einem einzigen Akteur zu überlassen und darauf zu vertrauen, dass doch alles gut kommt, ist definitiv der falsche Weg. </p>

<p></p>

<p><br />
<blockquote>Interpret: OMC, NZ<br />
Album: OMC<br />
Song: How Bizarre<br />
Jahr: 1996<br />
</blockquote></p>

<p><object width="425" height="25"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/mIvAXrce_gg&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/mIvAXrce_gg&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="25"></embed></object></p>

<p>Internet: <a href="http://www.nzz.ch/allContentSearch?searchInput=minarett&pageNo=1&pagerOffset=1&pager.offset=0&site=department.nzz&searchSubmit.x=0&searchSubmit.y=0&searchSubmit=++++Suche+starten+++&config=htdig&restrict=&exclude=">NZZ-Archiv zur Minarett-Initiative</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/How_Bizarre_%28song%29">Wikipedia-Artikel zum Song</a></p>

<p>Empfohlene Tätigkeit beim Hören dieses Songs: Denken. Reden.</p>

<p><br />
<em>Artwork: Dort gibt es mehr als vier - Minarett in Sarajevo von Flickr-User <a href="http://www.flickr.com/photos/blandm/288350279/">blandm</a></em></p>]]></description>
         <link>http://www.songoftheweek.ch/archiv/omc_how_bizarre.php</link>
         <guid>http://www.songoftheweek.ch/archiv/omc_how_bizarre.php</guid>
         <category>Tobias</category>
         <pubDate>Tue, 01 Dec 2009 08:23:17 +0100</pubDate>
      </item>
      
   </channel>
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